Contact Sheets
Contact Sheets

Contact Sheets

Fotos sind im Kasten, der Film ist entwickelt, geschnitten, eingetütet, abgeheftet. Aber wie finde ich die Bilder jetzt wieder? Und wie visualisiere ich meine Bildidee? Am Einfachsten geht das mit einem Kontaktabzug. So wird er gemacht.

Alles, was gebraucht wird, ist eine Glasscheibe, Fotopapier, die Negative und eine Lichtquelle – idealerweise der Vergrößerer. Es gibt auch spezielle Haltevorrichtungen, in denen sich die Negative direkt einlegen lassen – der praktische Nutzen ist vergleichsweise gering.

Am Einfachsten funktioniert ein Kontaktabzug (engl. „Contact sheet“), indem man (bei Rotlicht, pardon, Schleichfahrt) auf das Fotopapier (Schichtseite nach oben) die Filmstreifen (Schichtseite nach unten) legt und beides mit der Glasscheibe beschwert. Jetzt die Lichtquelle mit der vorher per Teststreifen ermittelten Zeit einschalten und die gesamte Fläche der Negative entsprechend belichten. Anschließend wird die Seite vorschriftsmäßig je nach verwendeter Entwickler-Fixierer-Kombination entwickelt, gewässert und getrocknet. Simpel, aber aufwändig.

Es gibt ein paar Hilfsmittel, die diesen Ablauf beschleunigen können. Statt einer losen Glasplatte lässt sich ein Randlos-Vergrößerungsrahmen mit Glas nutzen. Diese haben meistens bereits Anliegemarken, an denen sich das Papier direkt ausrichten lässt. Einige Hersteller haben ihre Rahmen mit Pins ausgestattet, die dieselben Maße haben wie die Ösen im Leitz-Ordner. Wofür? Naja, wenn man die Negative direkt im Ablageblatt auf das Fotopapier legen kann, hat man nicht nur jede Menge Staub und Fingerabdrücke gespart, sondern auch Zeit.

Es gibt Leute, die schwören für diesen Zweck auf PP-Hüllen (z.B. unter dem Namen „ClearFile“ erhältlich), weil die eben, wie der Name schon suggeriert, durchsichtig sind. Meines Erachtens haben die Dinger zwei Probleme: Die Negative raus zu bekommen, ist durch die Adhäsivkräfte manchmal super aufwändig. Außerdem sind die Hüllen nicht atmungsaktiv und somit sehr schimmelanfällig. Ich nutze daher Pergaminhüllen. Auch mit denen ist ein Kontaktabzug möglich, allerdings mit etwas geringerer Schärfe und verlängerter Belichtungszeit. Mich stört das nicht, weil ich die Kontakte tatsächlich in erster Linie nutze, um mir einen Überblick über mein Archiv zu verschaffen und Motive schnell wiederzufinden. Um zu beurteilen, ob die Schärfe im Bild richtig gesetzt ist und der Ausschnitt stimmt, ist eh eine Inspektion des Negativs auf dem Leuchttisch und/oder eine Probevergrößerung nötig.

Kontaktabzüge haben die Eigenart, dass der (belichtete) Hintergrund um die Bilder herum schwarz wird. Damit man trotzdem darauf schreiben kann, gibt es verschiedene Wege. Ich habe mir angewöhnt, einen 35mm breiten Streifen mit vorher auf OHP-Folie bedruckten Beschriftungsfeldern mit einzubelichten. So kann ich eine Archivnummer vergeben und Notizen machen. Und auf der glatten Oberfläche lässt sich entweder mit Edding/Permanentmarker oder, wie „früher“, mit einem Fettstift(*) schreiben. Auch geplante Bildausschnitte für Vergrößerungen lassen sich so planen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.