Selbstgedrehtes, Teil 1

Beim Ausräumen der restlichen Umzugskartons habe ich gerade meinen Kleinbild-Filmlader wiedergefunden. Bepackt mit Rollei Digibase CN 200. Ein Schätzchen also!

Abgelaufen? Was ist das, abgelaufen?

Wer viel Film verbraucht, für den lohnt es sich, Meterware zu kaufen. So spart man schnell bis zu 20% und mehr auf den Preis der Filmpatronen. Da man die eigenen Laborprozesse, um genügend Reproduzierbarkeit herzustellen, ohnehin standardisieren sollte (dazu an anderer Stelle später mehr), kann es durchaus sinnvoll sein, das Film-Portfolio auf 1-2 gängige Varianten zu reduzieren. Dafür hat man davon dann auf einen Rutsch genug zur Hand!

Geldbeutel und Umwelt schonen

Filmmeterware gibt es von allen gängigen Schwarzweiß-Filmen, allen voran Ilford, Rollei und Foma/Fomapan. Hin und wieder findet man auf ebay mal abgelaufene oder überlagerte Bestände aus DDR-Produktion von Orwo, oder, als Rarität, Meterware von Farbnegativfilm. Grundsätzlich ist es auch denkbar, Cinefilm umzuspulen, da der aber nicht im normalen Farbnegativprozess C-41 entwickelt wird, lohnt sich das (finanziell) kaum. Für Schwarzweißfotografen aber ist eine Menge Ersparnis drin.

Leere Filmdosen gibt es im entsprechenden Fachhandel einzeln als 5er-Sets neu, alte und gebrauchte tun es aber auch, wenn sie pfleglich behandelt wurden. Ich habe mir irgendwann mal auf ebay einen Umzugskarton voll leerer und abgeschnittener Kleinbild-Filmpatronen ergattert (wollte keiner haben, warum auch) und nach ISO und Bildanzahl sortiert ( – fragt nicht.). So kann ich aber die vorhandenen DX-Codes weiter nutzen, denn meine Nikon F75 beispielsweise zieht die auf der Patrone markierte Anzahl Bilder aus der Patrone, wenn ein FIlm eingelegt wird, und belichtet den Filmstreifen sozusagen rückwärts. Das geht aber natürlich nur dann sinnvoll, wenn in der Patrone in etwa so viel drin ist, wie drauf steht. Spult man 36 Bilder in eine 12-er-Patrone (ja, die gibts), dann kann die Kamera damit nix anfangen. Blöd.

Der Filmlader (dieser hier ist von Pfaff/Watson, es gibt auch vergleichbare Modelle von hama oder Kaiser) wird in völliger Dunkelheit mit der Filmspule beladen (es gibt sie in 17m oder 30,5m Länge) und die Lasche über den Zähler gespannt. Anschließend den Sicherungsmechanismus (die „Lichtschranke“, wenn ihr so wollt) wieder schließen und es kann losgehen.

Lichtschleuse zu, Filmlasche ankleben, die Patrone in die Halterung, Deckel zu, Schleuse auf – und mitzählen! In diesem Fall bis 27 (24 + ca. 3 Bilder für die Lasche zum Einlegen).

Wichtig ist, dass man bedacht und sorgfältig arbeitet. Wer den kostbaren Film versehentlich belichtet, kann damit schnell die ganze Rolle „verbrennen“. – Bei 30,5m Film immerhin ein Kostenpunkt zwischen 50,- und 80,- €.

Der Rollei Digibase CN 200 ist ein unmaskierter Farbnegativfilm. Er zieht aus irgendeinem mir unbekannten Grund IMMER ein bisschen Licht, deshalb verpacke ich ihn für den Transport bzw. außerhalb des Labors immer in schwarzen Filmdosen, auch wenn er schon belichtet wurde. Hier reicht im Moment eine leere Pappschachtel. Die Laschen müssen noch zurechtgeschnitten werden.

So kann man aus einer Rolle Film mit 30,5m gut und gerne 20 36er-Kleinbild-Patronen bestücken. Kalkuliert man einen Preis von normalerweise 4,75 € pro Film (mit Mengenrabatt) hat man so schon etwa 20-30,- € weniger ausgegeben. Und noch dazu etwas gutes für die Umwelt getan!

Leer. Diesen Blick hat man übrigens sonst nur, wenn man vergessen hat, die Schleuse zu schließen. D’Oh!

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